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Die Geschichte von Layla und Majnun Awalkhan Ahmadzai and Emal Jabarkhail    
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Die Geschichte von Layla und Majnun

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Die Geschichte von Layla und Majnun

Eine afghanische Geschichte

 

a small red heart that's breaking

 

 

 

 

 

*

Qays ibn al-Mulawwah war noch ein Junge als er sich sehr in Layla Al-Aamiriya verliebte. Seit dem ersten Tag an dem er sie in der Schule erblickte, war er sich dieser Liebe sicher. Bald fing er an, schöne Liebesgedichte über Layla zu schreiben, die er an Straßenecken für jeden gewillten Zuhörer vorlas. Wegen solcher leidenschaftlichen Ausdrücke der Liebe und Zuneigung nannten viele den Jungen Majnun, was „der Verrückte“ meint.

Eines Tages brachte Majnun den Mut auf, Laylas Vater um die Hand seiner Tochter zu bitten, aber ihr Vater schlug die Bitte ab. Solch eine Heirat würde nur einen Skandal auslösen, argumentierte der Vater. Mit einer Person verheiratet zu sein, die jeder „der Verrückte“ nannte, wäre für seine Tochter unpassend. Stattdessen wurde Layla einem Anderen versprochen.

Majnun war von Trauer überwältigt, verlies sein Haus und seine Familie und verschwand in die Wildnis. Er führte ein elendes Leben der Einsamkeit unter den wilden Tieren und verbrachte seine Tage mit der Verfassung von Gedichten an seine geliebte Layla. Layla wurde dazu gezwungen, einen anderen Mann zu heiraten und obwohl sie ihn nicht liebte, weil ihr Herz Majnun noch gehörte, blieb sie eine treue Frau.

Die Nachricht ihrer Hochzeit war verheerend für Majnun, der in Einsamkeit weiterlebte und sich weigerte, zu seiner Mutter und seinem Vater in der Stadt zurückzukehren.

Majnuns Mutter und Vater vermissten ihren Sohn schrecklich und sehnten sich jeden Tag nach seiner sicheren Heimkehr. In der Hoffnung, dass er eines Tages zu ihnen aus der Wüste zurückkehrte, hinterließen sie Essen für ihn am Ende des Gartens. Doch Majnun blieb in der Wildnis, schrieb seine Gedichte im Einsamkeit und wechselte mit niemanden ein Wort.

Majnun verbrachte seine ganze Zeit alleine, umgeben von den Tieren der Wildnis, welche sich um ihn versammelten und ihn in langen Wüstennächten beschützten. Er wurde oft von Reisenden gesehen, welche auf ihrem Weg in die Stadt waren. Die Reisenden berichteten, dass Majnun seine Tage damit verbrachte, Gedichte vor sich herzusagen und mit einem langen Stab in den Sand zu schreiben. Sie sagten, dass er durch sein gebrochenes Herz wahrhaft in den Wahnsinn getrieben wurde.

Viele Jahre später, verstarben beide Majnuns Vater und Mutter. Layla, die von seiner Hingabe zu seinen Eltern wusste, war entschlossen, Majnun über ihren Tod zu informieren. Schließlich fand sie einen alten Mann, der Majnun in der Wüste gesehen haben soll. Nach vielem Flehen und Bitten, stimmte der alte Mann zu, die Nachricht weiterzuleiten, sobald er sich wieder auf die Reise machte.

Eines Tages kreuzten sich die Wege des alten Mannes und Majnuns in der Wüste. Dort überbrachte er ehrwürdig die Nachricht vom Tod Majnuns Eltern und musste miterleben, was für ein schrecklicher Schicksalsschlag sie für den jungen Dichter war.

Von Bedauern und Verlust überwältigt, kapselte er sich komplett von der Außenwelt ab und schwor bis zu seinem Tod in der Wüste zu leben.

Einige Jahre später, verstarb Laylas Ehemann. Die junge Frau hoffte, dass sie endlich mit ihrer wahren Liebe zusammen sein könnte; dass sie und Majnun bis ans Ende ihrer Tage zusammen sein würden. Aber leider sollte dies nicht sein. Tradition verlangte, dass Layla zwei Jahre lang in ihrem Haus bleiben musste, um um ihren Ehemann zu trauern, ohne eine einzige Seele zu Gesicht zu bekommen. Daran zu denken, zwei weitere Jahre ohne Majnun zu verbringen, war mehr als Layla verkraften konnte. Sie waren bereits für eine Lebenszeit voneinander getrennt, und zwei weitere Jahre der Einsamkeit, zwei weitere Jahre ohne ihren Geliebten zu sehen, genügten um die junge Frau dazu zu bringen, das Leben aufzugeben. Layla starb an einem gebrochenen Herzen allein in ihrem Haus, ohne Majnun jemals wieder gesehen zu haben.

Die Nachricht von Laylas Tod erreichte Majnun in der Wildnis. Er reiste sofort an den Ort, wo Layla begraben wurde, und weinte und weinte bis er sich auch dem unermesslichen Kummer hingab und am Grab seiner einzigen wahren Liebe starb.

„Ich gehe an diesen Wänden vorbei, den Wänden von Layla

Und küsse diese Wand und jene Wand. 

Es ist keine Liebe der Häuser, die mein Herz erfüllt hat

sondern die Liebe von der, die in diesen Häusern wohnt.“

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