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Joha und sein Esel    
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Joha und sein Esel

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Joha und sein Esel

Eine Geschichte aus Saudi-Arabien

 

 

 

 

 

*

Eines Tages ritt ein Mann namens Joha seinen Esel auf dem Weg zum Markt. Johas Sohn, der die Zügel in seinen Händen hielt und mit seinem Vater sprach, wanderte neben dem Esel.

Als der Vater und sein Sohn an einer kleinen Gruppe von Menschen vorbeigingen, die an der Seite des Weges versammelt war, kritisierten die Menschen Joha.

Sie sagten dem alten Mann, “wie kannst du so herzlos sein, Joha? Wie kannst du den Esel reiten, wenn dein Sohn neben dir zu Fuss gehen muss?“

Als Joha diese Worte hörte, stieg er herab und hob seinen Sohn auf den Rücken des Esels an seiner Stelle.

Joha und sein Sohn reisten weiter. Joha führte den Esel und lief neben ihm mit den Zügeln in seinen Händen, während sie in Richtung des Markts fort fuhren. 

Nachdem sie eine weitere Meile der Straße gefolgt waren, sah Joha eine Gruppe von Frauen, die um einen Brunnen herum versammelt war.

Als die Frauen Joha sahen, waren sie sehr schockiert. Sie fragten ihn: „Wie kann es sein, dass ein alter Mann zu Fuß geht, während sein junger Sohn den Esel reitet? Das ergibt sicher keinen Sinn!“

Also stieg Joha zusammen mit seinem Sohn auf den Rücken  des Esels auf und sie reisten weiter.

Mittlerweile war es spät am Nachmittag und die Sonne stand hoch am Himmel. Sie schien und es war sehr heiß, aber Joha und sein Sohn waren noch immer auf dem Weg zum Markt.

Der Esel bewegte sich sehr langsam wegen der Last der Beiden auf seinem Rücken, aber niemand kritisierte sie bis sie einer Gruppe von Menschen begegneten, die am Stadtrand der Marktstadt versammelt waren. Die Menschen zeigten auf sie und schüttelten den Kopf, als sie sowohl Joha als auch sein Sohn auf dem Rücken des Esels sitzend sahen. Der Esel bewegte sich noch so langsam unter dem Gewicht von Joha und seinem Sohn.

„Warum reitet ihr beide so einen kleinen Esel?“ schrien sie Joha an. „Seht ihr nicht, dass ihr zu schwer seid und euer Esel das Gewicht fast nicht tragen kann?“

„Ich denke, es wäre besser, wenn wir beide vom Esel herabsteigen und stattdessen laufen“ sagte Joha seinem Sohn. „So kann niemand uns mehr kritisieren."

Also stiegen Joha und sein Sohn vom Esel herab. Joha übernahm die Zügel, um den Esel zu führen, und lief mit seinem Sohn in Richtung des Marktplatzes, der in der Mitte des Dorfes lag.

Als Joha am Marktplatz ankam, lachten viele Menschen und kritisierten ihn. Sie machten sich lustig über den alten Mann.

„Was für einen Idiot!“ riefen sie aus. „Was für eine Person besitzt einen Esel und geht trotzdem mit seinem Sohn zu Fuss, wenn er reiten sollte?“

Joha ärgerte sich nicht über die Menschen, weil er etwas erkannt hatte. Es ist nicht immer möglich , allen Menschen gleichzeitig zu gefallen. Stattdessen wäre es besser, dachte er, wenn jede Person für sich selbst entscheiden würde, wie sie leben möchte.

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