KidsOut World Stories

Hirsch und Jaguar David Heathfield    
Previous page
Next page

Hirsch und Jaguar

A free resource from

Begin reading

This story is available in:

 

 

 

 

Hirsch und Jaguar

Eine brasilianische Geschichte

 

 

 

 

 

 *

Der Hirsch ging den großen Fluss entlang in den Wald: „Oh, was für ein Leben habe ich nur? Kein Zuhause. Vielleicht werde ich mir ein Haus bauen. Dieser Ort ist so gut wie jeder andere auch.“ 

Der Hirsch ging weiter.

Da kam der Jaguar den großen Fluss entlang, auf dem Weg in den Wald. Er kam an dieselbe Stelle: „Oh, wie ist mein Leben? Vielleicht werde ich mich eines Tages niederlassen und mir ein Heim bauen. Dieser Ort wäre so gut wie jeder andere auch.“

Und der Jaguar ging weiter.

Der Hirsch kam zurück, und mit seinem feinen Geweih säuberte er das Unterholz, er säuberte die Bäume und ebnete die Erde, um sein Haus zu bauen, und dann ging er weiter in den Wald.

Jetzt kam der Jaguar: „Das ist der Ort, an dem ich mein Haus bauen wollte, aber die Erde wurde gesäubert und geebnet. Offenbar gibt mir der Gott Tupan seinen Segen. Hier werde ich mein Haus bauen.“ Und voller Enthusiasmus ebnete und glättete der Jaguar die Erde und machte sich einen Boden – hart und glänzend, wobei ihm seine Zähne halfen – und ging dann weiter in den Wald.

Der Hirsch kam zurück: „Ein Boden ist gemacht worden, glänzend und hart. Offenbar hilft mir der Gott Tupan.“ Und mit neuer Energie baute der Hirsch Wände für das Haus. Als er fertig war, ging er weiter in den Wald.

Jetzt kam der Jaguar: „Der Gott Tupan hat Wände für mein Haus gebaut. Jetzt mache ich ein Dach.“ Und der starke Jaguar machte ein Dach, und als es fertig war, ging er weiter in den Wald.

Der Hirsch sah, dass das Dach fertig war: „Tupan hat mich wirklich gesegnet.“

Im Inneren des Hauses machte der Hirsch zwei Zimmer: Eines für sich selbst und eines für Tupan. Er ging in das eine Zimmer, ruhte sich aus und schlief, als es dunkel wurde.

Und nun kam der Jaguar zurück und sah, dass es zwei Zimmer im Haus gab: „Tupan hat ein Zimmer für sich selbst gemacht, um das Haus mit mir zu teilen.“

Er ging in das andere Zimmer und schlief.

Der Hirsch und der Jaguar schliefen die ganze Nacht im selben Haus. Im Morgengrauen erwachten beide. 

Der Hirsch sah den Jaguar. Der Jaguar schaute den Hirsch an: „Hast du beim Bau meines Hauses geholfen?“

„Das habe ich. Hast du beim Bau meines Hauses geholfen?“

„Das habe ich.“

Und so teilten sich der Jaguar und der Hirsch das Haus harmonisch... für kurze Zeit.

Der Jaguar hatte Hunger: „Mach ein Feuer. Setze einen Topf auf. Ich gehe jagen.“ Der Jaguar verließ das Haus, und der Hirsch machte das Feuer und setzte einen Topf mit Wasser zum Kochen auf.

Der Jaguar fand und fing und tötete einen Hirsch. Er trug ihn zum Haus. Er begann den Hirsch zu kochen. Als der Hirsch sah, was der Jaguar kochte, wurde er traurig.

Der Jaguar begann zu essen. Der Hirsch hatte Angst und aß nichts. Der Hirsch ging in sein Zimmer und versuchte zu schlafen.

Der Jaguar ging in sein Zimmer.

Die ganze Nacht über behielt der Hirsch die Augen offen, weil er Angst hatte, dass der Jaguar kommen und ihn verschlingen würde.

*

Am Morgen sagte der Hirsch zum Jaguar: „Mach ein Feuer. Setz den Topf auf. Koch das Wasser. Ich gehe jagen.“

Der Hirsch ging in den Wald. Dort war ein Jaguar, der seine Krallen an der Rinde eines Baums wetzte.

Der Hirsch ging weiter, bis er den Ameisenbären Tamandua fand.

„Dieser Jaguar hat schlecht über dich gesprochen.“

Tamandua wurde wütend. Er griff den Jaguar mit seinen starken, scharfen Krallen an. Als der Jaguar tot war, ging Tamandua weg. Der Hirsch trug den toten Jaguar zum Haus.

Als der Jaguar sah, was der Hirsch kochte, bekam er Angst. Er hielt es nicht aus, dem Hirschen beim Essen zuzusehen, also ging er in sein Zimmer. Aber wie du weißt, essen Hirsche kein Jaguarfleisch.

Jetzt ging der Hirsch in sein Zimmer. Der Hirsch konnte nicht schlafen. Er hatte Angst, dass der Jaguar in der Nacht hereinkommen und ihn verschlingen würde.

Der Jaguar konnte nicht schlafen. Er hatte Angst, dass der Hirsch in der Nacht hereinkommen und ihn verschlingen würde. Schließlich begannen dem Jaguar die Augen zuzufallen und er schlief ein.

Schließlich begannen dem Hirschen die Augen zuzufallen und er schlief ein. Und als sein Kopf nach unten sank, schlug sein Geweih gegen die Wand und machte ein lautes Geräusch. Der Jaguar wachte auf, voller Angst, dass der Hirsch kommen und ihn angreifen würde. Er schrie laut. 

Der Hirsch glaubte, dass der Jaguar kommen und ihn töten würde.

Der Hirsch floh aus dem Haus! Der Jaguar floh aus dem Haus! Die beiden rannten in entgegengesetzte Richtungen. Seither leben der Jaguar und der Hirsch nicht mehr zusammen.

Enjoyed this story?
Find out more here